Hellweger Anzeiger, 16.11.2015

Bild Zeitungsartikel Joshua Carson

Musikalische Rezepte zum Glücklichsein

Liedermacher Joshua Carson begeisterte mit intelligenten Texten

Von Nadine Przystow
Fröndenberg. Normalerweise tourt Joshua Carson durch die Wohnzimmer der Republik, am Samstag holte „Kultur für Uns“ ihn aber für ein Wohnzimmerkonzert im XXL-Format in die Kulturschmiede.

Der norddeutsche Liedermacher liebt die Nähe zum Publikum, die er auch in Fröndenbergs größtem Wohnzimmer nicht aufgeben wollte. Er verzichtete auf die große Bühne, platzierte sich stattdessen mit einem Hocker und seinen drei Gitarren auf einem Podest direkt vor den rund 100 Konzertgästen, die – wie es sich für ein echtes „Woziko“ gehört – selbstgemachte Speisen vom Sandwich über Nudelsalat bis hin zum Nachtisch mitbrachten.

Carson, der Anfang der 1990er Jahre als Straßenmusiker den Schritt in die Öffentlichkeit wagte, fühlt jede einzelne Silbe, wenn er in intelligenten Reimen von der Liebe und vom Glücklichwerden singt. Denn seine Texte sind zum großen Teil autobiografisch und werden durch die kurzen, erklärenden Anekdoten des sympatischen Musikers passend ergänzt.

Zwecks Auftrag entsprechender Firmen sang er sogar schon für die Telefonwarteschleife über Stromaggregate und Bauingenieure. Humor bewies er auch beim Lied über seine Deutschlehrerin, die er mit einer etwas fragwürdigen Grammatik („Ihr lieb´ ich noch immer“) zu ehren wusste. Die musikalische Ähnlichkeit zu seinem Vorbild Reinhard Mey ist verblüffend, da durften Titel wie „Das Meer“ und „Über den Wolken“ natürlich nicht fehlen

Chancen nicht verstreichen zu lassen und das zu tun, was einen glücklich macht, gab der Songpoet seinen Gästen als Ratschlag mit auf den Weg. Für Carson selbst bedeutete das, seine Wohnung aufzugeben und mit dem Wohnmobil durchs Land zu ziehen.

Dabei verliert er oft das Gefühl für Raum und Zeit: „Das sind aber beides Zustände, die ich sehr mag“, sagt der 45-Jährige. Joshua Carson hat sich für ein Leben auf Rädern entschieden – doch bei jedem Ton wird dem Zuhörer klar, dass die Musik der Ort ist, an den er immer wieder zurückkehrt.


WOZIKO-Bericht Hellweger Anzeiger

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