Westfälische Nachrichten, 19.04.2016

Bild Zeitungsartikel Joshua Carson

Gitarren-Glücksgefühle im Wohnzimmer

Liedermacher Joshua auf dem Hof Herweg

Bericht: Regina Robert

Münster-Handorf – Man müsste Gitarre spielen können wie Joshua: Dem fliegen die Herzen nur so zu. Auf Einladung der kfd St. Petronilla spielte der Liedermacher in einem besonders großen Handorfer Wohnzimmer.

Songpoet Joshua ist ein Könner. Er singt mit samtweicher Stimme vom Sternefangen und vom Glückwärts-Ziehen. 50 im Wohnzimmer der Familie Herweg versammelte Frauen der kfd St. Petronilla erobert er gleich beim ersten Song: „Lass´ uns einander in die Seele sehen / lass´ uns glückwärts gehen“. Dazu seine drei Giarren, die Frauen spüren es gleich: Hier sitzt – keinen Meter entfernt von seinem Wohnzimmer-Publikum – ein aufrechter, ein echter Lebenskünstler, erzählt von sich, gibt Nachhilfe in Gitarrenkunde und singt so schön, dass Erinnerungen an Reinhard Mey wach werden.

Die kfd-Teamsprecherin Ingrid Dauskardt und die Gastgeberin Conny Herweg hatten Joshua zum „Woziko“ gebeten. Das ist die charmante Abkürzung von „Wohnzimmerkonzert“. Ein großartiger Erfolg.

Joshua, der eigentlich Joshua Carson heißt, aber nur mit Vornamen auftritt, gibt seine Konzerte seit vier Jahren ausschließlich in privaten Wohnzimmern. Nie dürfen es mehr als 60, möglichst aber nicht weniger als zwanzig Gäste sein. Er habe weggewollt vom Musikmachen als reine Dienstleistung, sagt er, jetzt seien seine Konzerte viel persönlicher.

Eine Gage nimmt der gelernte Programmierer und seit 1994 „ausgelernte Straßenmusiker“, wie er sagt, ausdrücklich nicht. Aber auch ein Musiker muss leben: Spenden und der Verkauf seiner CDs nach den Wohnzimmerkonzerten finanzieren ihn und sein Lebenswerk.

Es war „der Schritt ins Glück“, sagt Joshua, als er vor einigen Jahren die Heimat Bad Schwartau gegen ein eigenes Wohnmobil tauschte. Damit tourt der Glücksucher durch Deutschland, singt und dichtet sich durch viele Wohnzimmer. Für 2016 stehen bereits 156 Konzerte im Tourneeplan.

Beim kfd-Woziko macht Joshua seine Zuhörerinnen mit seinen Liedern und Anekdoten über die Liebe, über Warteschleifen und das allgegenwärtige Lebensglück jedenfalls glücklich. Man glaubt ihm: Er wirkt tatsächlich wie jemand, der sein Glück gefunden hat.

Als das Konzert nach drei Stunden zu Ende geht, kursieren bereits die Anmeldebögen für ein „Woziko“ im eigenen Wohnzimmer. Allerdings: Zu Familienfeiern kann man Joshua nicht einladen. „Es soll schließlich ein richtiges Konzert sein“, sagt er.


 

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