Zeit, einmal „Danke“ zu sagen

Songpoet JOSHUA mit Gitarre

Seit ich vor 20 Jahren (im Januar 1994) die Entscheidung getroffen habe, meine Gitarre gleich zur mündlichen Abschlussprüfung meiner Programmierer-Ausbildung mitzunehmen, um fortan meinen Lebensunterhalt mit (Straßen-)Musik zu bestreiten, bin ich einer Vielzahl netter Menschen begegnet und nur ganz wenigen anderen. Ich habe seither weit über 1.000 Straßen-, Kneipen-, Club-, Kur- und seit vier Jahren auch Wohnzimmerkonzerte gegeben und bin auf Hochzeits-, Geburtstags- und anderen Privatfeiern (die nicht selten zu „Primatfeiern“ ausarteten) aufgetreten. Mein musikalischer Selbstfindungs-Trip hat mich die „Oldie-Schiene“ fahren und in die Folk- und Country-Szene reinschnuppern lassen, um mich schließlich zum „deutschen Liedermaching“ zu führen – vielleicht ja auch nur eine weitere Station. Wer weiß das schon? Ich lasse mich treiben und wehre mich nicht gegen Neues.

Mitte April habe ich ein WOZIKO bei einer Gastgeberin gegeben, die mich noch aus meiner Hamburger Straßenmusikzeit kennt, andere saßen Jahr für Jahr auf der Grömitzer Promenade im Halbkreis vor meinem geschätzten Kollegen Joe Green und mir und lauschten unserer Musik. Wieder andere zähle ich inzwischen zu meinem engsten Freundeskreis – und auch Ihr kommt immer wieder zu meinen Konzerten. Ich bin stolz, dass Ihr mir trotz meines musikalischen Wandels schon so lange die Treue haltet. Danke!

Aber auch in Veranstalter-Kreisen gab es fast ausnahmslos positive Begegnungen. Meine engsten Kollegen wissen sehr gut, dass ich auf Privatfeiern nie gerne aufgetreten bin. Meistens waren es tolle Feiern, aber die Musiker unter Euch werden mir bestätigen, dass es immer wieder auch Ausnahmen gibt, bei denen der Gastgeber am Ende des Abends (meist unter Alkoholeinfluss) Nachverhandlungsbedarf sieht und der festen Überzeugung ist, einen Sklaven eingekauft zu haben. Aber ich schreibe einem Busfahrer doch auch nicht vor, wo er lang zu fahren hat, nur weil ich ein Ticket gekauft habe…!? Ich kann mich spontan in 20 Jahren an zwei solcher Fälle erinnern. Ein guter Schnitt, der Erzählungen zufolge von einigen Kollegen und Kolleginnen weit übertroffen werden kann. Von diesen zwei Fällen mal abgesehen, möchte ich mich auch bei allen Veranstaltern dieser Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Silberhochzeiten, Polterabende, Ausstände, Jubiläen und und und bedanken!

Die zuvor geschilderten Probleme gab es bei öffentlichen Konzerten in Clubs, Kneipen, Kursälen und -muscheln, auf Stadt- und Promenadenfesten ebenso selten. Ich erinnere mich an einen Fall, in dem der Wirt bereits vor der „Party“ wusste, dass er den Laden anschließend dicht machen würde. Ein anderer Name (Herr Stephan G. aus Ostfriesland) dürfte auch dem einen oder anderen Kollegen (und übrigens auch dem einen oder anderen Wirt) noch einen finanziellen Schauer über den Rücken laufen lassen. Schwarze Schafe gibt es überall, und sie sind leider nicht immer gleich als solche zu erkennen. Bei allen anderen „Schafen“ möchte ich mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Denn auch Ihr habt mich trotz (oder gerade wegen???) meines musikalischen Wandels immer wieder gebucht und mir vertrauensvoll die Gestaltung des Abends in die Hände gelegt. Zu einigen von Euch hat sich über die Jahre auch so etwas wie eine Freundschaft entwickelt, und es ist mir fast unangenehm, Euch bei Booking-Anfragen seit Mitte 2013 einen Korb geben zu müssen. Dieser Korb liegt ausschließlich in der mangelnden Kompatibilität meines jetzigen Programms zu den meisten Veranstaltungen und Locations, die ich in den vergangenen 20 Jahren bespielt habe, begründet. Genau aus diesem Grund werde ich künftig auch nicht mehr für Privatfeiern zu buchen sein. Eine Luxus-Entscheidung, für die mir meine WOZIKOs (Wohnzimmerkonzerte) den nötigen Rückhalt bieten.

2014 habe ich rund 180 dieser WOZIKOs, vier öffentliche Konzerte und zwei „Konzerte“ auf Privatfeiern gegeben; und in der aktuellen Tourplanung beträgt der Vorlauf ein gutes Jahr. Meine WOZIKOs geben mir die Möglichkeit, meine Musik einem Publikum zu präsentieren, das ich mir für meine Konzerte auch früher schon gewünscht habe – einem Publikum, das nicht so ohne Weiteres einfach weglaufen kann – ok, ich hoffe, dass die Intuition meines Publikums zu bleiben, eine andere ist!

Ich weiß, dass für viele Fans diese Entscheidung nicht so super ist. Denn die Gelegenheiten, mich auf einem öffentlichen Konzert zu besuchen, sind aufgrund der meist privaten Wohnzimmerkonzerte im Moment nicht so üppig gesäht. Aber auch die WOZIKOs sind sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Ich denke, sie sind genau wie meine vergangenen musikalischen Stationen der Weg zu etwas hin, von dem ich noch nicht weiß, was oder wo es ist. Ganz am Ende wird es wie bei den meisten sicher der Tod sein, soviel steht fest. Aber das hat ja vielleicht noch ein wenig Zeit.

WOZIKO-mäßig ist einiges in Planung, und es geht schon bald in die „Beta-Phase“. Hoppla! Da kommt ja wieder der Programmierer in mir durch…! Von der Umsetzung dieser Pläne werden sowohl die WOZIKO-Gastgeber als auch die Fans, die bisher nicht in den Genuss eines solchen Konzerts kommen konnten, profitieren.

Ihr seht, ich mache mir Gedanken! Ein riesiges „Dankeschön“ an alle Veranstalter, Agenturen, Geschäftspartner, Kollegen/innen, Fans und Weggefährten, die mich schon lange vor Facebook geliked haben und das heute immer noch tun.

DANKE, DANKE, DANKE!!!

Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg. Und falls doch nicht, hat er mir zumindest sehr große Freude bereitet!

Euer Joshua


 

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